Wer tiefer in sein Android-System eintauchen möchte und sich nicht mit der Standardinstallation zufrieden gibt, benötigt mehr Zugriffsrechte als der Normalanwender. Mit Root-Zugriff sind Änderungen an den Systemdateien bis hin zur Installation einer komplett anderen Betriebssystem-Version (sogenannte „Custom Roms“) möglich.
Der Root-Zugang ist ein Administrator- oder auch Superuser-Zugang zu Android. Der Anwender erhält dadurch volle Rechte über sein System. Dieser Vorgang wird teilweise auch “Jailbreak” genannt, da sich durch das Rooten Restriktionen der Originalsoftware aushebeln lassen können.
Vorteile des Rootens
- Volle Kontrolle über das Android-Betriebssytems
- Dadurch lassen sich Änderungen an den Systemdateien vornehmen
- Einige Apps benötigen Root-Rechte. Dazu gehören beispielsweise Screenshot- und Backup-Apps
- Aufspielen von modifizierten Betriebssystemen (“Custom Roms”) wird möglich. Dadurch lassen sich beispielsweise gebrandete Systeme durch ein Standard-Android ersetzen. Auch sind neuere OS-Versionen möglich, falls der Herrsteller des Geräts selber kein Update anbietet.
Risiko: Totalschaden
Geht beim Rooten etwas schief, startet im schlimmsten Fall das ganze Gerät nicht mehr und ist ein Fall für den Elektroschrott. Auch wenn das Risiko eines Totalschadens (sofern sich der Anwender beim Rooten genau an die Anleitung hält) eher gering ausfällt: ganz ausgeschlossen werden kann es nicht.
Garantie und Gewährleistung
Bei vielen Anwender herrscht Unklarheit und Verwirrung darüber, ob das Rooten seines Gerätes Probleme bei einem Defekt verursachen kann und Händler oder Hersteller eine kostenlose Reperatur verweigern. Dazu sind zunächst die Begriffe “Garantie” und “Gewährleistung” zu unterscheiden:
Bei einer Garantie handelt es sich um eine freiwillige Leistung, die meist vom Herstellers des Gerätes gegeben wird. Die Garantie kann an individiuelle Bedingungen geknüpft sein. Sehen diese Bedingungen vor, dass sich das Betriebssystem im Originalzustand befinden muss, wird der Benutzer eines mittels Root freigeschaltenem Gerätes wahrscheinlich keine Ansprüche an den Hersteller geltend machen können.
Die Gewährleistung ist dagegen gesetzlich geregelt. Sie sieht vor, dass bei Neugeräten innerhalb von 24 Monaten nach Kauf ein Anspruch gegen der Verkäufer (nicht gegen den Hersteller) auf Beseitigung von Mängeln, die bereits beim Kauf vorhanden waren, besteht. In den ersten 6 Monaten nach Kauf wird dabei automatisch zu Gunsten des Käufers angenommen, dass der Mangel bereits bei Kauf bestand, es sei denn, der Verkäufer kann das Gegenteil beweisen. Nach 6 Monaten kehrt sich die Beweislast um, der Käufer muss nun beweisen, dass der Mangel bereits bei Kauf existierte.
Sollte sich der Fehler eindeutig auf die Hardware zurückführen lassen, sollte auch ein Anspruch auf Gewährleistung bestehen. Trotzdem kann es natürlich immer passieren, dass der Verkäufer Probleme und Mängel mit dem Rooten des Geräts begründet und eine Reperatur oder einen Austausch verweigert. Im schlimmsten Fall bleibt dem Anwender dann nur der rechtliche Weg, mit Anwalt und notfalls vor Gericht zu versuchen, die Ansprüche aus der Gewährleistung gegenüber dem Händler geltend zu machen. Ein solcher Rechtsstreit ist immer mit einen Kostenrisiko verbunden und ob dieser gewonnen wird, ist auch keinesfalls zu 100 Prozent sicher.
Welcher Leser hat schon praktische Erfahrungen im Schadensfall mit gerooteten Geräten gemacht? Ich freue mich über einen Kommentar von euch.
So wird ein Handy, Smartphone oder Tablet gerootet
Meist ist dieser Vorgang sehr speziell auf das Gerät abgestimmt. Im Normalfall wird über eine USB-Verbindung eine Software auf das Gerät gespielt und über einen Neustart installiert. Danach steht der Root-Zugang zur Verfügung.
Die Anleitung erhält man als Anwender normalerweise recht schnell wenn man seinen Gerätenamen sowie das Wort “rooten” in die Suchmaschine seiner Wahl eingibt.
Vor dem Rooten sollte auf jeden Fall ein Backup der Originaldaten hergestellt werden. Dies ist normalweise ebenfalls in der Anleitung beschrieben.
Rooten rückgängig machen
In vielen Fällen besteht die Möglichkeit, sein Android-Gerät wieder in den Originalzustand zu versetzen. Es muss alle für das Rooten aufgespielte Software entfernt werden und gegebenfalls die Originalsoftware des Hersteller wieder installiert werden.


