Sicherheit bei Android

In puncto Betriebssysteme für Smartphones hat sich mittlerweile Android von Google als Marktführer durchgesetzt. Für die User stehen in diesem Zusammenhang vor allem Fragen nach der Sicherheit ihrer Handys im Vordergrund. Welche Gefahren lauern für Android Nutzer? Sind Viren und andere Malware ein Thema? Wie schützt man sein Telefon am besten vor dem Zugriff Fremder und Diebe?

Grundlegenden Sicherheit vor unbefugtem Zugriff durch Dritte sollte die Sim- beziehungsweise die Telefonsperre bieten. Hier schützt – wie bei jedem anderen Handy auch – die Abfrage einer vierstelligen Pin-Nummer bei Einschalten des Gerätes oder bei Wiederinbetriebnahme aus dem Stand-By-Modus vor Missbrauch. Neben der Abfrage dieses Codes verfügen Android Handys über eine weitere Entsperrungsfunktion: Der Musterentsperrung liegt eine Verbindungslinie auf einer 3×3 Matrix zugrunde. Der User legt zuvor vier Punkte fest, die sowohl waagrecht, senkrecht wie auch diagonal miteinander verbunden werden können. Zum Entsperren wird das Muster auf dem Bildschirm aufgemalt.
Bei der neuesten Version Android 4.0 findet außerdem erstmals eine dritte Entsperrfunktion Verwendung. Das sogenannte “Face Unlock” ist ein Gesichtserkennungsfeature, welches als einfachere und unkompliziertere Alternative zu Pin-Codes eingesetzt werden soll. Einfach Handy anschalten, in die Kamera lächeln und schon kann es losgehen. Jedoch scheint das Programm nicht genügend ausgereift und weist eine große Sicherheitslücke auf, da es sich mühelos von einem Portrait-Foto austricksen lässt.

Erweiterte Sicherheit
Zusätzliche Sicherheitsfeatures wie etwa SMS Box oder WaveSecure legen persönliche Daten (Nachrichten, Kontakte, Telefonverlauf, Fotos oder Videos) auf externen Servern ab und helfen so, sich gegen Datenverlust im Falle eines abhanden gekommenen Telefons abzusichern. Ist das Smartphone aber nur im Chaos der eigenen vier Wände verlegt worden, ist es möglich, über Lock&Alarm ein Hinweiston auszusenden. Das funktioniert im Übrigen auch, wenn das Handy auf stumm geschaltet wurde. Mittels Lock&Alarm kann man zudem nachzuvollziehen, wann, wo und mit welcher Sim-Karte das verlorene oder gestohlene Telefon zuletzt benutzt wurde. Außerdem kann vom Webbrowser aus direkt auf das Telefon zugegriffen, sensible Daten (wie etwa Nachrichten oder Kontakte) gelöscht und so verhindert werden, dass diese Fremden in die Finger geraten.

Viren und Malware
Die steigende Leistungsfähigkeit von Smartphones und der Status, den Android als Marktführer innehat, bedingt, dass insbesondere solche Telefone in den Fokus von Schädlingssoftware geraten. Wie der Antivirenhersteller Kaspersky im Herbst 2011 in einer Pressemitteilung verlauten ließ, zielen insgesamt 46% aller mobilen Malware auf Android Handys ab. Allein im September sei die Zahl der festgestellten Schadprogramme um etwa 30% angestiegen. Aufgrund der ungenügenden Qualität von stromfressenden Virenscannern und weil Android Anwendungen generell in virtuellen Maschinen ablaufen, so dass durch Viren kaum Schaden angerichtet werden kann, raten Experten eher vom Einsatz von Virenscannern ab. Größeres Risiko für die Sicherheit droht durch mit Malware (z.B. Trojaner) infizierte Apps, die Anwenderdaten stehlen oder teure Textnachrichten verschicken. Problematisch hierbei ist die Tatsache, dass sogar der offizielle Android Marketplace betroffen ist, d.h. sogar regulär erworbene Anwendungen infiziert sein können. Bei der Installation solcher Software sollte der Nutzer immer sorgfältig die angeforderten Berechtigungen nachprüfen. Wenn beispielsweise ein simples Spiel den Zugriff auf Adressbuch, Kalender oder uneingeschränkten Internetzugriff verlangt, ist es besser, die Installation abzubrechen.

 

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